Ich suche Offenbarung in Herrschaft.
Mich zieht das Archaische an: die Verehrung des weiblichen Prinzips als Ursprung allen Werdens und Vergehens. Die Urmutter. Der Wald als Tempel. Asche als Erinnerung. Blut als Bund. Leben und Tod Kreislauf.
Ich suche die, die sich nicht erklären muss. Eine dunkle Seele, die den Wert meines Opfers kennt. Eine Unholde, eine Hexe, eine Priesterin des Verborgenen. Der weibliche Körper ist für mich kein Objekt des Begehrens, sondern ein heiliger Ort. Sinnbild der schöpferischen und vernichtenden Kraft der Natur. Ursprung, Opferstätte und Mysterium zugleich.
Ich möchte mich Hingeben. Verehren, Anbeten. Transformation durch Ritual, Zeichen und Wiederholung. Bedeutungserschaffung in Liturgien aus Dornen, Rauch, Erde und dergleichen. Nichts muss wahr sein, aber alles echt.
Mich fasziniert die ungezügelte, urtümliche Lust der Frau - das will ich bescheren. Exzess als sakrale Lebenskraft – roh, ungezähmt, frei, herrschend. Eine Kraft, die ebenso erschafft wie vernichtet.
Ich suche nach gemeinsamer Mythologie. Einen Wald, in dem der eigene Name bedeutungslos wird, Gelübde Gewicht erhalten und jede Geste Teil einer einzigartigen Zeremonie ist.
Wo Verehrung beginnt, endet das Ego.
Ich möchte in den Bann treten.