Lady Jasmin
Strenge Erziehung in Nordfriesland
Kapitel 3
Herrin Jasmin entführte ihre Gäste auf ihren beliebten Play Parties regelmäßig in eine geheimnisvolle Welt. Auch ich gehörte seit kurzer Zeit zu einem auserwählten Kreis von SM Freunden, welche sich auf dem abgelegenen Anwesen trafen, um dort ihren bizarren Neigungen nachzugehen. Am Anfang war ich noch recht ängstlich gewesen. Doch das exklusive Ambiente faszinierte mich sehr und die Neugierde gewann schnell Oberhand. Nun, beim dritten Besuch begann ich, überraschenderweise, auch nach den Ursachen meiner außergewöhnlichen Wünsche zu forschen.
Was brachte Menschen dazu, Spaß und Lust daran zu empfinden, den nackten Hintern versohlt zu bekommen oder sich in enge Latexanzüge zu zwängen? Im Käfig angekettet devot auf die Bestrafung durch die Herrin oder den Herrn zu warten? Wie konnte jemand Freude daran haben, sich auf die Knie zu werfen, über den Boden zu rutschen, die Füße und Stiefel seiner Herrin abzulecken und zum Dank dafür an einem Hundehalsband gedemütigt über den Rasen gezogen zu werden? Erwachsene Männer und Frauen legten sich aus freien Stücken auf die Streckbank oder ließen sich anderweitig auf eine Pritsche ketten, um dann Folter und Martyrium mit Kerzenwachs oder durch mittelalterliches Folterwerkzeug erleiden zu dürfen.
So etwas tut nicht nur weh, es erschien mir auch ein Affront gegenüber all jenen Unglücklichen zu sein, die sich im Mittelalter zu Tausenden ungewollt der Folter und deren Knechten ausgeliefert sahen. Zumeist war mit Tortur und Pein (-licher Befragung) dann auch noch der Verlust des Lebens verbunden. Man wurde entweder am Galgen aufgehängt, geköpft, gevierteilt oder als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Arbeitslosigkeit unter den Henkern gab es damals nicht. Welchen Qualen waren unsere Vorfahren im finsteren Mittelalter ausgesetzt gewesen!
Im Kreis moderner SM-Anhänger dieses Jahrtausends sind Folter, Demütigung und Schrecken erwünscht und der damit einhergehende Schmerz wird vom devoten Partner nicht nur klaglos hingenommen, sondern meist auch noch mit wohligem Stöhnen begleitet. Der Delinquent signalisiert seinem sadistischen Gegenüber: Gut so, mach weiter, ich mag das! Schmerz und Pein enden dabei nicht selten im Orgasmus.
Man lässt sich Klammern in die Brustwarzen setzen, verharrt angekettet, kniend oder kauernd, demütig im Käfig, bis Herr oder Herrin den Sklaven wieder von seinen Qualen befreien.
Was also bringt einen normalen Menschen nur dazu, sich die Augen verbinden zu lassen, um dann mit Stock oder Peitsche auf Hinterteil oder Rücken so traktiert zu werden, bis sich dort blutige Striemen bilden? Sodann bittet der Delinquent devot darum, die Nacht in einer Gefängniszelle oder in einem engen Käfig eingesperrt verbringen zu dürfen und bedankt sich danach auch noch vielmals für den erlittenen Schmerz.
Es war wirklich eine bizarre, geheimnisvolle Welt! Oder gar abartige Welt?
Ich konnte mich der vielen Gedanken in meinem Kopf kaum noch erwehren und merkte gar nicht, wie ich am frühen Abend in lauer Sommerluft mit freiem Oberkörper und mit einer hinten offenen Hose bekleidet, unbewusst und doch anscheinend recht zielstrebig den Weg in mein Lieblingsverlies gefunden hatte. Dort stand der Herr mit einer Peitsche in der Hand und befahl seiner schwarz gekleideten Sklavin ihm die Hände entgegen zu strecken.
Gehorsam tat sie, was er verlangte und erhielt einen kräftigen Hieb darauf. Ich verharrte wie benebelt, senkte sofort ängstlich devot und erregt zugleich den Kopf, um ihm meine unterwürfige Sklavenhaltung kund zu tun. Und er wusste damit umzugehen. So sollte auch ich nun die Hand ausstrecken, doch ich spürte noch Vorsicht und eine undefinierbare Angst in mir. Es gab ja weder die sonst übliche Verabredung oder irgendwelche Codeworte. Wir kannten uns (noch) nicht, waren mehr oder weniger zufällig aufeinander getroffen. Ich bat deshalb mit leiser fast erstickter Stimme, statt der Hand meinen nackten Po zur Bestrafung hinhalten zu dürfen. Es wurde mir gewährt und verzückt genoss ich den harten Schlag, welcher mein Hinterteil sogleich in Ektase versetzte.
Danach vergaß ich sämtliche Gedanken an die unglückseligen Hexen vergangener Jahrhunderte und wollte überhaupt nicht mehr wissen, warum ich mir eine derartige Behandlung gefallen ließ. Ich gab mich ganz und gar meinen wollüstigen Gefühlen hin. Das authentisch mit allen Sinnen Erlebte war stärker, als die Frage nach dem Warum und Wieso.
Ich überlegte, ob es eigentlich wirklich so wichtig war, die Herkunft meiner bizarren Neigungen zu erforschen. Sollte ich sie damit abstellen lernen? Wollte ich das überhaupt?
Was hinderte mich als erwachsenen Menschen daran, mich meiner Lust hinzugeben? Es wurden weder geltende Gesetze verletzt, niemand war minderjährig und jeder war freiwillig hier.
Ich lächelte zufrieden, wanderte durch die Räume und den Garten. Die Paare vergnügten sich an Pranger und Strafkreuz, indem sie einander mit Stock oder Peitsche Schmerz und Demütigung zufügten.
Im Haus saß eine Sklavin breitbeinig auf dem gynäkologischen Stuhl, welchen ich sonst nur aus den entsprechenden Arztpraxen kannte. Zwei Frauen halfen ihr zu frivolem Lusterleben, indem sie ihre Schamlippen und die inzwischen feucht gewordene Scheide so lange mit Dildos und Kerzenwachs bearbeiteten, bis sie sich atemlos stöhnend und in allen Sinnen berauscht auf dem Gestühl wandte, um dann mit letzter Kraft keuchend zum Orgasmus zu kommen.
Noch war ich im Umgang mit meinen eigenen Wünschen sehr unerfahren und das betraf eigentlich fast alles, was mit den gängigen SM Praktiken zusammenhing.
Erst langsam fand ich den Mut, meine Träume auch auszuleben. Das geheimnisvolle Wissen steigerte sich von Mal zu Mal.
„Du musst die Herrin ärgern, wenn du bestraft werden willst!“, hörte ich die anderen erzählen. Aber wie macht man das? Als normaler Bürger bemühte ich mich nicht nur um die Einhaltung der Gesetze, sondern auch um ein gutes Auskommen mit meinen Mitmenschen. Sich bewusst unbeliebt zu machen, entsprach ganz und gar nicht meinem Wesen. Vergiss deine Erziehung, flüsterte die geheimnisvolle Stimme der Wollust in mir. Geh, dir wird schon etwas einfallen, damit sie mit dir spielt. Denn im Gegensatz zu mittelalterlicher Inquisition war dies hier für uns alle nur ein Spiel.
Eine zweite Herrin nahm sich dann meiner an. Ich musste mich im roten Salon auf den Bauch legen. Sie setzte mir eine Maske über die Augen und kettete mich an Händen und Füßen fest. Meine Erregung stieg mit jeder Sekunde, in der ich nackt und hilflos gefesselt vor ihr lag. Sie betörte alle meine Sinne und ich freute mich auf das, was nun unweigerlich kommen sollte.
Dann platzierte sie den ersten Schlag aufs Gesäß. Noch fühlte es sich an, wie ein sanftes Streicheln. Doch schon die nächsten Schläge ließen keine Wünsche mehr offen. Ihre Hiebe wurden immer härter, hielten länger an und durchdrangen tief mein Fleisch um den Nervenenden darin zu signalisieren, dass sie nun auch ein Gefühl von Schmerz ans Gehirn senden durften. Mein Rückenmark reagierte prompt und ein zunächst leiser, fast zaghaft erstickter Schrei kam anfangs noch zögernd aus meinem Mund. Einen Moment später musste ich nachgeben, schrie nach Leibeskräften auf, dass es alle hören sollten.
Sie sollten wissen, dass ich nun meiner Bestrafung zugeführt wurde und ich genoss jedes wohlige Lustgefühl in meinen Lenden mit Wonne. Als sie kurz inne hielt und das Brennen der Peitsche nachließ, atmete ich verzückt weiter und wünschte mir, ihr für den Rest der Nacht hier ausgeliefert bleiben zu dürfen. Sie lenkte meine Phantasie weiter in Sphären, die tief in mir bislang nur zu verborgenen Träumen geführt hatten, indem sie mir einredete, mir vorzustellen, wie es wäre, wenn sich andere Männer, gut gebaut, über mich hermachten. Ich war angekettet, wurde ausgepeitscht und hatte in diesem Moment keine andere Wahl mehr, als ihr zu gehorchen. So ließ ich endlich alle bislang nur heimlich erträumte homoerotische Gelüste zu. Und dann konnte ich fühlen, was sie meinte.
Natürlich wurde ich nicht von einem Mann genommen. Sie war es selbst, die Hand anlegte. Der Dildo fühlte sich real und fest an. Sie ließ nicht mehr locker und meine Gehirnströme sammelten sich in einem einzigen Punkt. Ich hatte ihr zu dienen. Das beinhaltete auch die Bitte, sich endlich im heißersehnten Orgasmus entladen zu dürfen. Noch nie hatte ich dafür jemand um Erlaubnis fragen müssen. Es war das erste Mal. Ich tat, was sie befahl und sie gewährte mir herrliche Sekunden voller Ektase und Erleichterung. Dankbar lag ich danach schwer atmend vor ihr. Warum ich mir so etwas antat, war mir in diesem Augenblick völlig egal.
SM ist die geheimnisvolle Lust am Schmerz, solange, bis die Lust den Schmerz ablöst. Ich hatte es selbst erlebt und liebte jeden einzelnen Nerv, welcher sich während des Höhepunkts anschickte, mir derartige Freuden zu bereiten. Ich verstand, warum erotische Geschichten einen so hohen Beliebtheitsgrad erlangten, obgleich doch niemand ehrlich zugab, sie zu lesen, geschweige denn auszuleben.
Die Lust kam aus der Tiefe sexueller Triebhaftigkeit, der weder ich noch alle anderen entgehen konnten. Sie gehört zum Menschsein dazu. Was wir bei den Tieren gar verächtlich als Instinkt oder Fortpflanzungstrieb bezeichnen, ist bei uns nicht nur genauso, sondern geht noch um vieles tiefer. Der Trieb aus dem unbewussten Teil des Ich wird sich stets seinen eigenen Weg an die Oberfläche bahnen und seinen Träger mit Sicherheit dafür nicht vorher um Erlaubnis fragen. Warum das so ist, wird für immer sein Geheimnis bleiben.
Nur eines braucht niemand:
Sich der damit verbundenen Wünsche zu schämen. Solange Erwachsene einvernehmlich mit Erwachsenen spielen, ob Mann mit Frau, Mann mit Mann oder Frau mit Frau, darf sich jeder seiner geheimnisvollen frivolen Lust hingeben.
Die Nacht verbrachte ich als Sträfling eingeschlossen im Gefängnis. Ich sah auf die Gitter vor meinem Fenster, als die Tür von außen abgeschlossen wurde. Die Sterne schienen zu mir herein. Lady Jasmin begab sich zu Bett und ließ mich mit einer Seltersflasche und der Möglichkeit in ein Urinal auszutreten, einsam in meiner Zelle zurück. Eine warme Sommernacht, in der mich nur noch die Mücken quälten, erlaubte mir wunderbare Träume und ich kostete auch am Morgen die Zeit meiner Gefangenschaft bis zur letzten Sekunde aus. Dann bat ich einen der früh erwachten Gäste, mich wieder herauszulassen. Das hatte die Herrin erlaubt und den Schlüssel offen auf den Küchentisch gelegt. Gemeinsam saßen wir später im Garten und genossen ein herrliches Frühstück. Es mochten wohl um die zwanzig Gäste gewesen sein, von denen fast die Hälfte über Nacht geblieben war. Ich konnte an diesem Wochenende tun, was mir im wirklichen Leben wohl ziemliche Probleme einbringen würde, denn wer geht schon freiwillig in den Knast? Hier bei Lady Jasmin durfte ich gemeinsam mit den anderen Gästen meine Wünsche ausleben. Das Warum interessierte keinen von uns mehr als wir, gestärkt und glückselig , die Heimfahrt in unsere Alltagswelt antraten.




